Siegfried

Walküre Duisburg 2014
Donnerstag 30 Mai 2019 17:00
Theater Duisburg
Opernplatz
47051 Duisburg

Veranstaltungsinfos

„In den Jahren zwischen ‚Rheingold‘ und ‚Walküre‘ muss Wotan in Hochform gewesen sein.“ Loriots genüssliche Anspielung zielt auf die Aktivitäten, die der Göttervater nach dem Einzug in Walhall unternommen haben muss, um mit verschiedenen Frauen neun Walküren zu zeugen, die - als Wehrstaffel zur Rekrutierung einer schlagkräftigen Privatarmee ausgebildet - ihn vor der Bedrohung durch die Nibelungen schützen sollten.

In Hochform war auch Wagner (1813–1883) im Exil in Zürich. Denn in ihm gärte auch nach der niedergeschlagenen deutschen Revolution 1849 immer noch ein Weltverbesserungskonzept, fixiert auf einen neuen, schuldfreien Helden, der in freier, alle gesellschaftlichen Tabus ignorierenden Geschwisterliebe erzeugt werden sollte. "Die Walküre" ist der dramatischste Teil des Zyklus "Der Ring des Nibelungen". An ihrem Ende wird die Gewissheit des Scheiterns mit der menschlich berührenden Geste eines Abschieds schon vorausgenommen. Wotan trennt sich von seinem Lieblingskind Brünnhilde mit der pathetischen Geste einer Vätergeneration, die weiß, dass die rebellische Jugend sich ihrem politischen Erbe nicht wird entziehen können.