Clavierconcert - Bach & Mendelssohn

Clavierconcert - Bach & Mendelssohn
Samstag 28 Sep 2019 20:00
Klosterbasilika Knechtsteden
Winand-Kayser-Straße / Ecke Klosterstraße
41540 Dormagen

Veranstaltungsinfos

Felix Mendelssohn Bartholdy:
Fantasie fis-Moll, Op.28,3
Kinderstücke, Op. 72,6
Sechs Präludien und Fugen, Op. 35 (Auswahl)
Lieder ohne Worte (Auswahl)

Johann Sebastian Bach:
Chromatische Fantasie und Fuge d-Moll, BWV 903
Partita I B-Dur, BWV 825
Toccata g-Moll, BWV 915
Präludien und Fugen aus dem Wohltemperierten Clavier I & II (Auswahl)

Johann Nepomuk Schelle / Johann Sebastian Bach:
„Das alte Jahr vergangen ist“
„O Mensch, bewein dein Sünde groß“

Ausführende:

Elina Albach - Cembalo
Kristian Bezuidenhout - Érard-Flügel


19 Uhr Einführungsgespräch in der Klosterbibliothek
Elina Albach, Kristian Bezuidenhout
Helga Heyder-Späth - Moderation

Kurz nach 1800 liegen im Erstdruck 2x24 Präludien und Fugen als „Das Wohltemperierte Clavier“ vor. Die enormen spieltechnischen Anforderungen - als Klavierschule für Bachs Kinder komponiert - faszinieren damals alle berühmten Virtuosen, die damit ihre Konzert-programme attraktiv machen. Kurios und bildhaft sind viele dieser Stücke. Nichts weniger als Pferdegalopp kommt vor – klar, Reiten kann und schätzt damals jeder.

1820 erscheint die „Chromatische Fantasie und Fuge“ in neuer Ausgabe. Der Herausge-ber eröffnet sie mit „einer Bezeichnung ihres wahren Vortrags, wie derselbe von J.S. Bach auf W. Friedemann Bach, von diesem auf Forkel und von Forkel auf seine Schüler gekommen.“ Unabdingbar seien „Sauberkeit, Leichtigkeit und Freiheit des Vortrags.“ In der 1. Hälfte des 19. Jh. begeistert die Chromatische durch extreme Virtuosität und wilde harmonische Überraschungen. Schnell ist sie das meistaufgeführte Klavierwerk Bachs – fester Bestandteil im Repertoire gefeierter Pianisten Meyerbeer, Fanny und Felix Mendelssohn, Schumann, Chopin, Thalberg und Liszt.

Elina Albach am Cembalo und Kristin Bezuidenhout an einem originalen Érard-Flügel – Mendelssohns Lieblings-Instrument – liefern direkten Vergleich. In vielen seiner Klavier-werke wie den „Liedern ohne Worte“ und den „Kinderstücken“ öffnet Felix neue Türen. In der D-Dur-Fuge „Aus Sechs Präludien und Fugen“ huldigt er Bach. Unüberhörbare Vorlage ist die D-Dur-Fuge aus dem WK I. Wie spielte Felix Mendelssohn Klavier? In Tempo und Dynamik beweglich, Details verdeutlichend, erzählt Wilhelm von Wasielewski, der am Leipziger Konservatorium - von Felix gegründet - dessen Schüler war. Unterhaltsame Details gaben seinem Vortrag Spannung, denn „langweilig“ verabscheute er. Ignaz Moscheles improvisiert in einer Abendgesellschaft. Mit lautstarkem Gähnen am Ende meint Mendelssohn: „langweilig!“

Nepomuk Schelble, bei dem Mendelssohn während eines Besuches in Frankfurt sein Pedalspiel verbessert, ist wie viele Zeitgenossen verrückt auf Bach. Weil nicht viele Zugang zu einer Orgel haben, bearbeitet er einige Choralvorspiele für Klavier zu vier Händen – spielbar sogar für Laien.

Konzert ohne Pause. Veranstaltungsende ca. 22:00 Uhr.