Staatstheater

Samstag 25 Apr 2020 19:30
Opernhaus Bonn
Am Boeselagerhof 1
53111 Bonn

Veranstaltungsinfos

„Ob Kagels Staatstheater ein Standardwerk werden wird? Die Besetzung ist variabel, auch Provinztheater müßten das Stück spielen können. Daß es eines der wichtigsten Werke des musikalischen Theaters der Nachkriegszeit ist, eines der notwendigsten vor allem, ist sicher.“ Kritikerpapst Heinz Josef Herbort lehnte sich mit seiner Einschätzung in seiner Rezension der Uraufführung, erschienen in der Zeit vom 30. April 1971, ziemlich weit aus dem Fenster – was Folgeproduktionen von Mauricio Kagels szenischer Komposition anbelangt, darf man vielleicht Wertungsdivergenzen vermuten: Allzu häufig hat sich nach der spektakulären Uraufführung in der novitätenreichen Hamburger Liebermann-Ära kein großes Haus mehr an das veritable Experiment herangewagt.

Und das, obwohl Herbort auch geschrieben hatte, Kagel wolle mit Staatstheater zweierlei: „das eitle Drum und Dran um die und in der Oper bloßstellen und damit beseitigen helfen und an dessen Stelle eine neue Aktivität, ein neues Qualitätsgefühl, einen bislang vom Apparat gehemmten neuen Spieltrieb frei machen. Das wiederum kann der Oper als Museum nur zugute kommen.“ 1971 wurde die Hamburgische Staatsoper nach der Uraufführung wegen Bombendrohungen unter Polizeischutz gestellt – fast fünfzig Jahre später (und unter dem besonderen Aspekt der Feierlichkeiten rund um den auch von Kagel thematisierten Beethoven) sollte man sich an den Versuch wagen, das Werk erneut zu erproben.